Auf der MIA Photo Fair 2026 präsentieren wir mit einem Soloauftritt Anastasia Samoylovas jüngstes Projekt Atlantic Coast – eine fotografische Erkundung von Entwurzelung, Verlust und dem schleichenden Zerfall des amerikanischen Versprechens.
Ausgangspunkt der Arbeit ist Berenice Abbotts legendäre Reise von 1954, auf der die Fotografin den U.S. Route 1 von Maine bis Florida durchquerte und dabei ahnte, was das aufkommende Interstate-System mit dieser gewachsenen Landschaft anrichten würde. Siebzig Jahre später reist ihr Anastasia Samoylova auf derselben Strecke nach – und hält fest, was daraus geworden ist: Ortschaften im Umbruch, abgehängte Gemeinschaften, Natur und Mensch zwischen Behauptung und Rückzug. In Farbe und Schwarzweiß entsteht so ein vielschichtiges Porträt einer Küstenregion, die sich unter dem Druck industrieller und kommerzieller Überformung neu erfinden musste.
Anastasia Samoylova, 1984 in Moskau geboren und heute in Miami lebend, bewegt sich in ihrer Arbeit an den Schnittstellen von Ökologie, Konsumgesellschaft, Politik und dem Pittoresken. Ihre Fotografien sind regelmäßig in bedeutenden Museen zu sehen – vom Metropolitan Museum of Art in New York über C/O Berlin und das Kunst Haus Wien bis zur Fundación MAPFRE in Madrid und Barcelona. Fünf Bücher dokumentieren ihr bisheriges Werk: FloodZone (2019), Floridas (2022), Image Cities (2023), Adaptation (2024) und Atlantic Coast (2026).